• Grünes Rott

    grünes Rott

     

    Bis zum Jahre 1867 gab es in der Schützengilde keine Unterteilung in verschiedene Rotts. Bis zu dieser Zeit war jeder Schütze laut Satzung verpflichtet in festlicher Kleidung mit einem harten Hut (anfangs mit einer Melone, später mit Zylinder) zum Schützenfest zu erscheinen.

     

     

    Als am 19. April 1866 die Satzung überarbeitet wurde und als „Neurevidierte Leges der Estebrügger Schützengilde“ genehmigt wurde und in Kraft trat, ist unter § 33 folgendes beschlossen worden:

     

    Aus den Schützen kann sich eine besondere Compagnie von jungen Leuten bilden mit besonderer Kleidung, bestehend in einem Schützenhut, grauer Joppe mit grünen Aufschlägen, schwarzer Weste und schwarzer Hose, die sich einen Anführer wählen. Sie marschieren der Schützencompagnie voran und haben auf Ordnung zu halten, namentlich die Plätze von Zuschauern zu säubern, wo die Fahne geworfen wird, und auf dem Schießplatze die Aufsicht bei der Erhebungscasse zu führen und unbefugte Eindringlinge zurückzuweisen.
     

    So schlossen sich dann am 30. Juni 1867  34 junge Schützen zusammen und brachten folgendes zu Protokoll, wo zu Beginn der Wortlaut des § 33 genannt wird und bestätigten:

     

    „Wir Endestunterschriebenen erklären hiedurch, daß wir uns zu einer besonderen Compagnie in der Estebrügger Schützengilde bilden, und daß wie die uns dem vorstehenden Paragraphen auferlegten Verpflichtungen getreu und gewissenhaft bei eigener Verantwortung erfüllen wollen, auch den sonstigen Weisungen der Schaffer nach der Leges Folge zu leisten versprechen.“
     

    Der Austritt aus dieser Compgnie steht jedem Mitgliede nach vorheriger vierteljährlicher Kündigung frei.

    Dann folgen alle Namen der Mitglieder dieser Compagnie als Unterschrift zu diesem Protokoll. Entgegen dieser Vereinbarung traten auch einige Schützenbrüder in grünem Joppen an, so daß man sich später vermutlich auf diese Farben geeinigt hat. Über die Gründung und Entwicklung dieser „Compagnie“, dem heutigen Grünen Rott liegen uns lückenlose Aufzeichnungen vor.

     

     

     

    Auch existiert noch dieses Foto der Compagnie mit den Namen der Mitglieder aus dem Jahre 1869.

     

    Somit war das „Grüne Rott“ , damals noch „Joppenkorps“ später „Joppenrott“ und ab 1968 „Grünes Rott“ am 30.Juni 1867 gegründet. Es stellte im Jahre 1867 sowohl den König,                 Bäckermeister Paul Wriede, als auch den Hauptmann der Gilde  J. J. Heinrich. Dieser stiftete auch den Degen für den Hauptmann der Gilde.

     

    Jedes Jahr wird vom Grünen Rott eine Hänseltour durchgeführt. Start der Tour ist jedes Jahr in einem anderen Ortsteil. Mit dem Spielmannzug wir gefeiert, gegessen und marschiert.                       Zum „Schneewalzer“ wird getanzt und gesungen. Auch Karaoke Vorstellungen gab es schon.

     

    Für Disziplin sorgen verschiedene Schützen. Bei Verstößen sorgen diese für eine gerechte Bestrafung, die am Sonntagmorgen nach dem Kirchgang, vollzogen wird. Neu Mitglieder bekommen diese Strafe während der Hänseltour prophylaktisch und sind dann für die kommenden Jahre geläutert.

     

    Zur Tradition gehört seit langer Zeit das „Gulaschessen“ am Sonntag, vor dem Königsschuß. Jedes Jahr auf der Rottversammlung, gibt es sportliche und lebhafte Diskussionen um dieses Mahl. Pro und Contra treffen aufeinander. Die Frauen der Schützenbrüder wundern sich immer wieder, das diese Auseinandersetzungen oft bis in die Morgenstunden andauern und die Rottmitglieder am darauffolgenden Tag müde sind. Gulasch hat sich aber bisher immer durchgesetzt.